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Charakter : Harte Tour ab Sur En im Engadin mit stetiger Steigung auf rauhen Wegen. Aber mit landschaftlich einzigartigem und sensationellem Höhepunkt in der Uina - Felsenschlucht. Wegen ungünstiger Wetterentwicklung war die Entscheidung, in der Uina-Schlucht zurück ins Engadin zu fahren leider unumgänglich. Die Originaltour führt durch drei Länder über die Orte
: Diese Tourbeschreibung gibts hier : http://www.gps-tour.info/de/touren/detail.18338.html Tourdaten : gesamte Rundtour : 69 km,
2100 Höhenmeter, 7-9 Stunden - je nach Trainingslevel
Bereits der Einstieg ins Val d'Uina ist von einem wilden und geheimnisvollen Charakter geprägt. Das Klima ist aber irgendwie noch von letzten Regen sehr feucht.
Bereits nach wenigen Fahrkilometern zeigt der Blick zurück zum Ausgangsort : die Gewitterwolken auf der Engadinerseite haben sich verzogen. Das Bachbett des zurzeit ruhigen Uina - Baches ist aber mit viel Geschiebe gefüllt, welches scheinbar mit dem letzten Regen mitgekommen ist.
Der bisher auch für geländegängige Fahrzeuge gut passierbare Weg führt immer wieder weit oberhalb der Schlucht auf in Fels gesprengten Wegen. Die Steigung der Strecke ist bisher eigentlich moderat, anstrengend wird's nur bei schlechter Beschaffenheit des Weges .
Steile Abhänge markieren immer wieder den engen Taleinschnitt. Hier säumt Buschland, Felsabbrüche und Kies den Fuss des S.Chalambert Dadaint
Unterhalb Uina Dadora ist der Weg immer wieder frisch verschüttet, teilweise auf Breiten von hundert Metern und mehr. Tragen des Bikes und suchen einer möglichen Spur bleibt die Alternative. Dies kostet viel Zeit und Kraft. Schuhe und Socken sind nun schon mal kräftig mit Schlamm zugepflastert. Scheinbar haben die massiven Regenfälle vom Vortag diese Erdrutsche ausgelöst. Der obere Teil des Tals ist für Fahrzeuge somit abgeschnitten. Mal sehen, wie sich die Situation weiter oben präsentiert...
Die Vielfalt der Landschaft ist eine Wucht, obschon die Strecke, so wie sie sich diesmal präsentiert, als Bergwanderer leichter zu durchqueren gewesen wäre. Rechts vor dieser weiteren Herausforderung liegen denn auch zwei führerlose Bikes abgeschlossen am Boden. Naja, sollte ja irgendwann wieder fahrbar werden - also : Bike erneut schultern...
Der Ausblick und die Stimmung der zwischenzeitlich wieder kochenden Wolken entschädigt trotz fortgeschrittener Zeit für alle bisherigen Strapazen - genial !
Das Zoomobjektiv der Kamera ist bereits auf den erstmals sichtbaren Felsenweg gerichtet. Richtung Sesvennahütte und Südtirol wird das Wetter leider auch nicht freudlicher - trotzdem, das nächste Etappenziel, der Felsenweg ist in Sicht !
Bis zum Felsenweg sind aber noch einige, technisch machbare und vielseitige Trails zu überwinden. Die schmalen Wege erfordern trotz der Ermüdung entsprechend Konzentration.
Im ersten Monemt glaubt man, diese Tafel sein nun doch etwas zu früh angebracht. Stimmt - etwa 200 Meter zu früh. Was danach kommt, ist sehr imposant und entsprechend nur für schwindelfreie empfehlenswert.
Der Grip der Pneus hilft höchstens noch, sich bei gezogenen Bremsen am Bike hochzuziehen. Die Stollen an den Sohlen hingegen werden plötzlich sehr wertvoll. Die Wege sind leicht feucht, entsprechend vorsichtig und langsam gehts vorwärts.
Die Wege sind meist ohne Geländer, ein Teil der Stellen ist bergseitig mit einem Stahlseil versehen.. Entsprechend imposant ist der Blick vom rechten Wegrand aus in die Schlucht. Jetzt heissts : nur nichts fallen lassen...
am Einstieg in den eigentlichen Felsenweg noch das Bild fürs Album
Der in Fels gehauene Pfad entstand 1910 und diente als direkte Verbindung von Schlinig mit dem Engadin und hatte sozusagen bereits damals durchaus eine touristische Ausrichtung. Später wurde nebst derseit 1901 bestehenden Profzehimer Hütte im Übergang auch die Sesvenna - Hütte erstellt. Unweigerlich entstand mit dem Übergang auch ein Schmugglerpfad. Entsprechend war bis 1972 die Pforzheimer Hütte auch ein Stützpunkt des italienischen Zolls.
Der zwischenzeitlich fast 100-jährige Felsenpfad der Uina-schlucht.
Von der Südseite des Übergangs fallen die ersten Regentropfen. Das Tagesziel wäre für heute Schleis gewesen - bei trockener Witterung trotz des späten Tourstarts und dem hohem Zeitverlust im Anstieg eigentlich noch bis zum Einbruch der Dunkelheit knapp zu schaffen. Gemäss Karte liegt die Sesvennahütte als mögliche Zwischenetappe noch etwa 2 km entfernt, da ich aber die Weg-beschaffenheit nicht kenne und diese Felsenwege bei Nässe sehr gefährlich sein können, entscheide ich mich in Folge das rasch zunehmenden Regens, die Tour abzubrechen und raschmöglichst die Felszone wieder Richtung Sent zu verlassen.
Die Rückfahrt war eigentlich dank vollgefedertem Bike trotz dem erneuten Überqueren der verschiedenen Erdrutsche und des aufkommendem Regens mit Regenschutz ok. Hier im Bild die Brücke über den Inn in Sur En. Sie war der Start - in zwischenzeitlich strömendem Regen ist sie auch das Ziel - naja im Auto warten nun trockene Kleider...
Es wird vermutlich unumgänglich, diese Tour ein zweites Mal in Angriff zu nehmen. Die landschaftlichen Erlebisse sind beeindruckend ! Die Voraussetzungen sind : regenfreie Tage vor und während der Tour.
Achtung : unbedingt alle Fahrverbote und Warnhinweise beachten. Wanderer haben Vortritt !
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